K750 Bobber - Idee und Projekt  
Basty, ein guter Freund aus Rumänien (www.bastybikes.com) baut seit langer Zeit custom bikes. Sein Stil und seine Projekte haben mich immer schwer beeindruckt und so schwirrte mir seit ende 2008 ebenfalls ein solches Projekt im Kopf umher.

Die Idee habe ich dann zu Papier gebracht und eine erste Skizze angefertigt, damit die Idee im Kopf eine Struktur bekommt.

Insbesondere ist die Springergabel von Basty hervorzuheben, die ich unbedingt in mein Projekt integrieren wollte. Sie wird von ihm Handgefertigt und entspricht im weitesten Sinne optisch und technisch der Harley Davidson Springergabel aus den 50igern.

Video zur Springergabel ansehen

Ein Custom-Bobber mit dem 750er Seitenventiler-Boxermotor ist eine ganz besondere Herausforderung. Mein Budget ist nicht unbegrenzt, meine Möglichkeiten beschränkt, es liegt noch eine Menge Schrott und ein Rahmen mit Papiere in der Garage, also warum nicht den Traum erfüllen?

Den zweiten Motorblock den ich noch herumliegen hatte, baute ich im Laufe des ersten Halbjahres 2009 dann zuerst nach den gleichen Kriterien auf wie den Motor des Gespanns "Frida". Ein fertiger Motor ist neben der Gabel von Basty eine gute Basis um die eigene Idee umzusetzen.

Der originale Rahmen der K750 in der Langversion ist optisch leider insbesondere am Heck nicht gerade passend um einen Bobber zu bauen. Einfach wäre es hier gewesen, wenn ich das gefederte Heck zu einen Starrahmen umbaue. Da ich aber meine Bandscheiben noch benötige, habe ich mich entschieden das Heck durch das Versetzen der Schwingenaufnahme optisch passend umzugestalten.

Auf dem Bild ist zu erkennen, dass ich hierfür die Vertikalstreben versetzt habe. Auch gut zu erkennen ist die Rad/Reifen-Kombination. Es handelt sich um Standard Harley 3 x 16 Zoll Felgen. Als Reifen habe ich mich für den Shinko E270 entschieden, da er optisch an die alten Längsrillen-Profilreifen erinnert und aus meiner Sicht am besten zu meinem Konzept passt.

Zur Adaption von Harley-Felge auf Dnepr Vollnabe habe ich mir nach einigem Rechnen und Probieren die passenden Edelstahlspeichen anfertigen lassen. Hierbei musste ich auch beachten, dass der Abstand von Kardanwelle zu Reifen ausreichen ist. Die Felge hinten habe ich hierfür außermittig eingespeicht um Platz zu schaffen. Gleichzeitig habe ich die nunmehr verlängerte Kardanwelle um 1 mm abgedreht.

Als weiteres optisches Element fertigte ich einen neuen Ansaugaufsatz statt des originalen Luftfilterkastens. Der Aufsatz besteht aus alten Signalhörnern und Messingblech wie links im Bild zu sehen.

Weitere Veränderungen am Rahmen sind die notwendigen Anpassungen an die neue Fahrgeometrie, sowie einen größeren Lenkkopfwinkel. Optisch sollte es etwas flacher werden. Nach der Fertigstellung des Rahmens und der Räder, konnte ich das erste mal einen Eindruck gewinnen, wie es am Ende aussehen könnte.

Als Tank habe ich einen umgeschweißten AWO-Tank genommen, da er ein ausreichendes Fassungsvermögen bei einer schmalen Optik aufweist. Durch einen kleineren Tank, konnte ich so optisch einen größeren Motoreindruck erzielen. Ich wollte den schicken Motor unbedingt mehr in den Vordergrund rücken.

Lenker und Riser sind ebenfalls HD und passen exzellent zur Spingergabel.

Die originale K750 Lampe hat eine wundervolle, altmodische Form und den Vorteil, die Zentralelektrik unterbringen zu können. Sämtliche weitere elektrischen Notwendigkeiten habe ich unter dem Tank platziert um einen möglichst "cleanen" Look zu erreichen. Nur wenige Kabel sind sichtbar und diese mit Kabelhülle verdeckt. Weitere Strippen für die Bedienelemente sind durch den Lenker gezogen. Direkt sichtbar musste ich natürlich meine digitale Zündanlage positionieren. Die blinkenden LEDs und das Aluminiumgehäuse geben hier eine dezente High-Tech-Note wie ich finde.

Die Fischtail-Auspuffstöpfe waren optisch für mich ein Muss! Nach dem umschweißen der Auspuffrohre und dem Anfertigen neuer Auspuffhalter, konnte ich sie montieren. Auf dem Foto links sind sie noch nicht zu erkennen. Ich hatte hier nur alte Standardtöpfe montiert und ein Fishtail-Endstück aufgesteckt, um den Unterschied zu sehen. Als Sitz habe ich den breiten Custom Sitz von Dock66 verbaut, welcher wirklich gut verarbeitet und super bequem ist. Die notwendigen Änderungen am Rahmen wurden natürlich im Vorfeld bereits durchgeführt.

Auf dem Foto sind auch die anfgefertigten Ansaugtrichter gut zu erkennen. Auf dem Foto fehlt auch noch das vordere Schutzblech, das ich dann noch angefertigt und angebracht habe.

Da ich den Aufbau der "Charlotte" begleitend mit einem Prüfingenieur der Dekra durchgeführt habe, war auch die Zulassung kein Problem.

GESCHAFFT!!

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